Die Gebäudehülle muss heute eine unglaubliche Bandbreite an Aufgaben erfüllen. Nebst der Energieeffizienz übernimmt sie eine statische Aufgabe sowie sollte sie einen ästhetischen Aspekt gerecht werden.

Innere und äussere Einflüsse die auf ein Gebäude Einwirken.
Die inneren und äusseren Einflüsse sind je nach Vorhaben und Standort unterschiedlich. Mit der Gebäudetechnik wird versucht diesen Einflüssen entgegen zu wirken. Dafür werden drei physikalische Parameter erfasst. Die Raumtemperatur, die Luftqualität und die Luftfeuchtigkeit.
Die äusseren Einflüsse können über eine geschickte Einbettung in die Landschaft und Umgebung genutzt werden. Sprich eine ideale Ausrichtung der Fenster, die Dachneigung, Geometrie des Gebäudes und ein gutes Beschattungskonzept beinhalten ein grosses Energiesparpotenzial. Homogene Bauteile lassen die passive Speicherung von Sonnenenergie zu und kann je nach Jahreszeit zum passiven Heizen oder Kühlen genutzt werden. Gute Materialwahl am richtigen Ort erhöht die Effizienz eines Gebäude um ein Vielfaches. Die Gebäudetechnik spielt in diesem Sinne nur eine geringe Rolle zum Thema Energieeffizienz und sollte in der Planung der Gebäudehülle untergeordnet werden.
Energieeffizienz und Nachhaltigkeit
Bei der Energiebilanzierung von Neubau wird heute die Systemgrenze um das Gebäude gezogen. Um den effektiven Energieaufwand eines Bauwerks zu betrachten, sollte die Primärenergie bei Rohstoffgewinnung, den Energieaufwand bei der Herstellung und Betrieb des Bauvorhabens, bis hin zum Abbruch und Entsorgung der Materialen berücksichtigt werden. Oft sind neu erstellte Gebäude im Betrieb sehr energieeffizient, jedoch bei der Produktion der Materialien weisen sie im Gegenzug einen riesigen Energieverbrauch auf. Auch die Lebensdauer spielt bei dieser Betrachtung eine wesentliche Rolle. Der Abbruch ist immer mit sehr viel Energie verbunden.
Eine gesamtheitliche Betrachtung ist unabdingbar und sollte im jedem Projektteam zu Oberst auf der Agenda stehen.

Als Beispiel eines sehr interessanten Baustoffes möchte ich dabei das Material Holz ansprechen. Es ist ein lokaler Baustoff mit geringem Primärenergie- und Entsorgungsaufwand. Wie uns Erwin Thoma zeigt, kann Holz (Holz100) unglaubliche Eigenschaften im Bereich Wärmedämmung / Speicherung, statische Belastbarkeit, Schall und Brandschutz vorweisen und stellt die herkömmlichen Materialen in den Schatten.
