„Kompliziert bauen kann Jeder. Einfach bauen, dass ist die Kunst!“
Mit dem Energiegesetz versucht man eine Gebäudehülle so gut auszubilden, dass der Energieaufwand für das Heizen so gering wie möglich gehalten wird. Dies ist sicherlich ein guter Ansatz. Die Statistiken zeigen es uns auf. Der Verbrauch von fossilen Energieträger geht im Sektor Bau fürs Heizen kontinuierlich zurück. Die Gebäudehülle soll zudem Luftdicht und kompakt umgesetzt werden. So können energiefressende Luftströme verhindert werden. Für die gute Luftqualität sorgt im Idealfall eine Lüftungsanlage. Eine alternative Energiequelle zur Bereitstellung von Wärme und Kälte ergäntzt das Bild des heutigen Bauens. Das ist so plus minus die vermittelte Weg, um nachhaltig, energieeffizient und umweltfreundlich Bauten umzusetzen.
Bauen wir heute schon dem Optimum so nahe? Kann man zum Schutz von Natur und Mensch noch mehr beisteuern? Halten die oft im Neubau eingesetzten Materialien in der ganzen Produktions- bzw. Lebenskette die genannten Anforderungen stand? Nachhaltig, umweltfreundlich und energieeffizient zugleich?
„Kurze Lebensdauer interessieren mich nicht!“
Kaum zu glauben, dass 400 Jahre alte Gebäude mit miserablen Dämmwerten, einfach verglasten Fenster und Aussenwände aus Holz oder Bruchstein die besten Energiebilanzen aufzeigen. Die Gesellschaft würde der Umwelt, dazu gehört übrigens auch der Mensch, am meisten Sorge tragen, wenn die Lebens- und somit die Nutzungsdauer der Bauten 6 oder gar 7 Generationen überdauern würden. Das muss das Ziel sein!
Wo stehen wir heute? Kalkuliert wird mit einer Lebensdauer von knapp 30 Jahren. Investoren müssen ihre Investition innerhalb von 7 Jahren amortisiert haben. Die Baukultur zeigt uns deutlich auf, dass die Langlebigkeit eines Gebäudes nicht mehr im Vordergrund steht. Man will ja dynamisch sein und zugleich wird mit kürzeren Lebenszyklen die Wirtschaft gefördert.
„Der Einsatz von Verbundmaterialien, Leim und Kunststoff im Bau ist ein Schwerverbrechen gegenüber Natur und Mensch!“
Erwin Thoma
Eingesetzte Giftstoffe, global gewonnene Materialien und Rohstoffe setzen dem Menschen und der Natur am meisten zu. Viele Neubauten sind voll davon. Mit Platten aus China, synthetische Farb- und Dämmstoffe, synthetische Bodenbeläge sind nur wenige Produkte genannt, welche heute bei fast allen Neubauten zu finden sind. Gesund bauen und wohnen ist ein Wunsch aller, jedoch selten konsequent umgesetzt. Welchen Weg muss die Gesellschaft einschlagen, um den genannten Themen Gewicht zu geben?
Lokale, heimische Bauprodukte, einfachste Technik und Integration des Bauwerks in die Umgebung würden schon mehr als 90% der genannten Problemstellungen lösen. Verzicht von Klebstoffen, Farben und Materialverbunde, welche nur noch als Sondermüll entsorgt werden können, ist der Weg in eine Zukunft im Einklang mit der Natur und um gesunde Räume für Mensch zu gestalten. Schön und gut. Aber wie soll das gehen?
Einfache Regeln sind dabei einzuhalten. Ansätze wie Vollholzbauten aus Mondholz können dabei wegweisend sein. Geschickt positionierte Fenster mit einem speziellen Fenster-Nutzflächen-Verhältniss und ein optimales passives Sonnenenergiegewinnungskonzept kann eine Heizungsanlage auch in hohen Lagen überflüssig werden lassen. Viele bereits umgesetzte Bauten zeigen über mehrere Jahre hinweg ein verblüffendes thermisches Verhalten auf. Durch die Wahl eines einzelnen natürlichen und homogenen Baustoffes kann ein Haus ebenso atmen und die Luftqualität auf ein Optimum halten. Jeder kennt es. In einer Alphütte, ohne innere und äussere Einflüsse schläft jeder gut.
Es gibt sehr viele gute Ansätze, welche für die Gesellschaft von Vorteil wäre. Es braucht nur Menschen mit Mut, dies so umzusetzen. Wer weiss, vielleicht zählt das Motto
„Heizen ohne Heizung“ und „Lüften ohne Lüftung“
schon bald zur Grundausbildung der angehenden Baufachleute. Es beginnt bei der Architektur. Mich würds freuen.
