In den schweizer Medien wurde in den letzten Tagen über die Energiewende 2050 berichtet. Es heisst, dass die Schweiz bei der Energiestrategie auf Kurs liege. Dies liest und hört sich sehr gut an. Um der Umwelt einwenig sorge zu tragen, ist die Energiestrategie auf den ersten Blick eine gute Sache und ein Impuls in die richtige Richtung. Herr und Frau Schweizer vertrauen und glauben den verantwortlichen Behörden.
Auf den zweiten Blick erkennt man schnell, das die Systemgrenzen leider nur das eigene Land betrifft. Der Grundgedanke, dass die Schweiz auf fossile Energieen verzichten will und somit auf eine CO2 Reduktion im Inland zusteuert, stimmt sehr positiv. Dies soll geschehen, ohne dass die Wirtschaft darunter leiden muss. Nein, im Gegenteil. Die Neuorientierung wird mehr Arbeitsplätze schaffen als die Umstrukturierung Arbeitsplätze kostet. Viel Geld wird in Umlauf gebracht und beschwingt und fördert die Wirtschaft. Dass der Tenor der Medien und die Botschaft der schweizer Regierung.
Auf den zweiten Blick dürfen wir etwas skeptischer werden. Ist die Energiestrategie 2050 der richtige Weg um Mensch und Natur zu schützen? Was sind denn die vorgeschlagenen Massnahmen? Decken diese das ganze nötige Spekturm ab? Die Möglichkeiten sind sehr eingeschränkt. Strom selbst auf dem Dach produzieren, Windparks umsetzen, vermehrt Fernwärme, Biogas und Wasserkraft nutzen und ausbauen. Das sind die Schlüsselelemente, um einige zu nennen, welche der Bevölkerung vermittelt werden.
Das Potential Sonnenenergie zu nutzen scheint grenzenlos. Über die geschickte Anwendung von Materialien lässt sich auf dem Dach Strom produzieren und kann den Eigenverbrauch fast schon Autark decken. Grosse Firmen werben in Europa, mit effizienten PV-Modulen könne der Bereiber viel elektrische Energie produzieren und die Verbraucher auf grüner Basis betreiben. Europa wird grün.
Soll die Energie- und Umweltbilanz durch Landesgrenzen eingezeunt werden?
Ein einfaches Beispiel zeigt auf, das diese Sachvermittlung eine reine Heuchelei darstellt. Die Gewinnung von seltenen Erden, Kupfer, Silizium, Lithium, Kobalt und Graphit ist für die neue Technologien von elementarer Bedeutung. Diese Materialien kommen in China, Bolivien oder Peru usw. in grossen Mengen vor. Die Raffinerien werden hauptsächlich mit Strom aus Kohlen- oder Atomkraftwerken gewonnen. Chemikalien zum Abbau werden einfach der Natur zugeführt.
Soll die Energie- und Umweltbilanz durch Landesgrenzen eingezeunt werden? Nein! Eine vollständige Betrachtung muss zwingend von Gewinnung bis hin zur Entsorgung betrachtet werden. Unter diesem Aspekt bewegt sich auch die Schweiz mit der Energiestrategie 2050 auf fatalem Kurs für Mensch und Natur. Die Nachfrage an seltenen Erden oder anderen Rohstoffen, gekoppelt an den CO2 Ausstoss wird in den Ressourcenländer massiv ansteigen. Die Betrachtung des Lebenszyklus der Materialbewirtschaftung rein bezogen auf den Bau und Betrieb macht nur rund 40% des gesamt benötigten Energieaufwandes aus. Gewinnung und Entsorgung die restlichen 60%.
Mit der Konzernverantwortungsinitiative ist erkennbar, dass vielen schweizer Bürger dieser Sachverhalt sehr wohl bekannt ist und dass die Bevölkerung an Bewusstsein gewinnt. Leider können heute die Konzerne noch nicht zur Verantwortung gezogen werden.
Liegt die Verantwortung nicht ebenso stark bei den Konsumenten?
Verbrennung ist kein Recycling!
Die Stossrichtung der Regierung mit der Energiestrategie 2050 ist pure Heuchelei. Solange der Staat nicht ebenso die Verantwortung der Gewinnung und Entsorgung übernimmt, sind die ganzen Massnahmen nichts Wert. Sie sind gar nichts Wert! Zugleich tragen wir überhaupt nichts zum Schutz der Umwelt und Biodiversität bei. Der Massnahmenkatalog muss weit grösser gespannt werden. Die seltenen Materialien müssen zwingend recyclet und nicht als Sondermüll gelagert werden. Egal was es kostet, der Kreislauf muss sich mit der Wiederverwertung schliessen. Verbrennung durch grosse Anlagen sind dabei ausgeschlossen. Verbrennung ist kein Recycling! Die Lebensdauer muss auf weit grössere Zeitspannen verlängert werden.
Der Ressourcenverbrauch bewegt sich zu einer 5 Erden-Gesellschaft zu. Leider haben wir nur Eine. Der Energieverbrauch und die Umweltverschmutzung wird auch beim Aufbau eines optimalen Systems zunehmen. Es ist aber jetzt an der Zeit, ein System aufzubauen, welche das Spekturm und Betrachtung über die Landesgrenzen hinaus beinhaltet. Verantwortung übernehmen und nicht auf Drittweltländer abschiebt. Die Regierungen und die Konzerne sind sich dessen sicherlich bewusst. Man fragt sich einzig, wann die Staaten sich selber und das Volk nicht mehr belügen und der Wahrheit ins Auge schauen.
Die Zukunft wird es zeigen, es ist nie zu spät!
